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Dienstag, 27. Juni 2017

Meine aktuellen Sportcomputer (Part 2: Lauf Computer)

Vorab: auch hier gilt, dies ist kein Review und ich bin, was Markentreue betrifft, mittlerweile auch sehr schmerzfrei. Daher führe ich hier wirklich nur jene Geräte auf, die ich nutze - bzw. die innerhalb meiner Familie derzeit genutzt werden - (sonst würde diese Aufzählung zu lang werden). Im Allgemeinen sind das auch jene Geräte, die eine gewisse Beständigkeit aufweisen, was für die Qualität dieser Produkte sprechen dürfte.
Siehe auch Ausführungen hier.

Derzeit genutzte Lauf-Computer:

  • Garmin Forerunner 620
  • Polar M400
  • TomTom Spark3/Runner3

Garmin Forerunner 620
Eigentlich hatte ich den Forerunner 620 nur erworben, um in der TrainingLab Pro die damals (2013) neuen Garmin Running Dynamics am lebenden Objekt implementieren zu können.

Der FR620 hat dann in relativ kurzer Zeit meinen zu dieser Zeit genutzten Laufcomputer abgelöst.

Es handelt sich beim FR620 um einen GPS basierten Laufcomputer (streng betrachtet ist es ein Multisportcomputer), der alle Funktionen bietet, die ich während eines Laufs - je nach Situation - zu nutzen weiß. 
Dabei ist er nicht zwingend an das GPS gekoppelt, sondern kann wie viele andere Laufcomputer auch mit einem Foot-Pod gekoppelt werden. 

Wobei Garmin hier einen neuen Ansatz verfolgt und die Funktion des Lauf-Pods komplett in den Brustgurt verlagert hat, der - schenkt man den Garmin Marketing Leuten Glauben - lernfähig sein soll und anhand der zusätzlichen GPS-Daten, mit der Zeit den Laufstil des Läufers besser analysieren und einordnen können soll.

Darüber hinaus bietet er auch viele Funktionen, die zwar nice-to-have sind, aber in der Praxis dann wahrscheinlich eher weniger aufschlagen werden. Letztlich wird man bei einer Laufuhr während der Trainingseinheit eher sporadisch aufs Display schauen (man will ja nicht gegen die nächste Strassenlaterne rennen, weil man sich in völliger Technikverliebtheit der Displayanzeige zu sehr hingegeben hat :), etc.) -> get the hint! Für die echten Cyborgs unter uns Läufern gibt es dann ja noch sogenannte HUD-Systeme (wer's braucht... :))

Hinsichtlich der Running Dynamics kann man sicherlich geteilter Meinung sein und auch Ray hat sich dazu das ein oder andere Mal - auch etwas kritischer - geäußert. Ich will diese Metriken nicht überbewerten, denn auch hier gilt sicherlich, wer (viel) misst, misst Mist.

Aber mir haben die mit dem FR620 eingeführten neuen Running Dynamics Metriken definitiv dabei geholfen, meinen Laufstil etwas zu verbessern. War ich früher eher der Typ ungehobelte Dampfmaschine, bin ich jetzt zwar nicht gänzlich zum leichtfüssigen Tänzer mutiert, aber doch merklich smoother unterwegs.

Kurz, wenn man eine zeitlang den Angaben der Running Dynamics Felder auf dem Display Folge leistet und versucht, die grünen Bereiche einzuhalten, dann kann man seinen Laufstil im Rahmen dessen, was dem Läufer genetisch vorgegeben ist, optimieren. Bei mir hat sich das dadurch bemerkbar gemacht, dass sich VO und GTC Werte merklich verringert (weniger ist hier mehr) haben und die Laufschrittfrequenz etwas verbessert wurde -> eine höhere Kadenz ist auch beim Laufen von Vorteil, aber man sollte nicht desto trotz seinen eigenen Laufstil finden -> nicht jeder ist ab Werk mit einem Nähmaschinenmotor ausgestattet!

Die Frage ist jetzt, ob sich diese laufspezifischen Metriken bei einem regelmäßigen Training nicht sowieso von alleine verbessern. 
Aber wir trainieren ja mit diversen Zielsetzungen und wenn uns die Laufcomputer dabei etwas unterstützen können, weshalb nicht?

Die Displayfelder können - wie von Garmin gewohnt - beliebig angepasst werden, sodass man das Gerät an seine persönlichen Vorlieben anpassen kann.

Der FR620 kann sowohl drahtlos die Daten mit dem Garmin Webservice synchronisieren (über Bluetooth als auch WLAN) als auch mittels USB Kabel (Ladekabel) als MassStorage Gerät ausgelesen werden. Letzteres vereinfacht das Importieren der Trainingsdaten in die TrainingLab Pro enorm.
Über den Garmin Webservice muss man, glaube ich, an dieser Stelle keine großen Wort verlieren. 

Mehr will ich an dieser Stellle gar nicht schreiben, wie gesagt, der FR620 ist derzeit immer noch mein Standard Laufcomputer, wobei die Nachfolger des FR620 natürlich noch etwas mehr können, ein besseres Farbdisplay aufweisen und vorallem durch die neu eingeführten Connect IQ Apps nochmal merklich aufgewertet wurden.

Reviews 
(bessere als Rays Reviews wird man im Netz sicherlich schwerlich finden): 


Polar M400:
Der M400 ist sozusagen mein Zweitlaufcomputer, der neben - und manchmal auch parallel - zum FR620 zum Einsatz kommt.
Auch den M400 hatte ich seinerzeit primär zu Testzwecken (relativ günstig) erworben und dann recht lieb gewonnen.

Auch der M400 ist ein GPS basierter Laufcomputer (Multisportcomputer), der entweder rein GPS basierte die Laufdaten erfasst oder mit geeigneten PODs (Lauf- und Bike POD) gekoppelt werden kann.

In Sachen Funktionstiefe kommt er nicht ganz an den FR620 heran (keine Running Dynamics oder vergleichbare Metriken), aber die Grundfunktionen beherrscht er natürlich ebenso und der M400 ist wirklich recht unkompliziert zu bedienen.

Das GPS beherrscht AGPS, sodass mittels vorgeladener GPS-Koordinaten sehr schnelle GPS Locks zustandekommen. Deutlich schneller als das beim etwas älteren FR620 der Fall ist, der mitunter schon mal ein paar Sekunden länger braucht, bis er einen GPS Lock hat.

Auch beim M400 können die Displayfelder über den Polar Flow Webservice (dort etwas versteckt in den Sportprofilen) angepasst werden.

Ansonsten ist der M400 - wie fast alle aktuellen Polar Geräte - sehr tief in der Polar Auswertungsinfrastruktur gefangen. Mit anderen Worten, ohne die Polar APP bzw. den Polar Webservice geht eigentlich gar nichts. 
An die aufgezeichneten Daten kommt man - von diversen Tools, die es im Netz gibt und die allesamt eher holprig funktionieren - keine Möglichkeit, direkt an die Trainingsdaten zu kommen. Über den Webservice kann man die Daten zwar recht einfach im *.tcx oder *.gpx Format exportieren, aber das ist immer ein Zwischenschritt, den man vornehmen muss, wenn man die Trainingsdaten mit einer lokalen Trainingsauswertungssoftware auswerten will.

Bei Garmin geht das in der Regel etwas einfacher, da zumindest die kabelgebundenen Geräte auch direkt als MassStorage Laufwerk angesprochen werden können, sodass man direkt Zugriff auf die Fitfile Activties hat.
Für mich selbst ist das (die Garmin Variante) ein sehr großes Plus... 

Der Polar Flow Webservice lässt aber in Sachen Auswertungstiefe (fast) keine Wünsche offen und gefällt mir von der Struktur sogar besser als Garmin Connect. Hier muss man sich einfach die Frage stellen, was einem wichtig ist: Cloudbasiert, lokale Auswertungssoftware oder beides in Kombination. 
Legt man Wert auf die Erreichbarkeit der Daten via Cloud oder will man (optional) die Daten auch lokal auf dem heimischen Rechner auswerten und archivieren. 
Die meisten Hersteller setzen mittlerweile auf die Cloudlösung, wobei Garmin aber wie gesagt auch noch die lokale Auswertung via Thirdparty Anwendungen zumindest zulässt und nicht (künstlich) erschwert.



TomTom Spark3/Runner 3:
Ich weiß jetzt gar nicht, wie lange TomTom bereits in diesem Marktsegment tätig ist, die Spark3 Geräteserie hat bei uns - vorallem bei meiner Frau - aber einen sehr positiven Eindruck hinterlassen.

Um es kurz zusammenzufassen, der Spark3 dürfte vor allem für jene Läufer (Sportler) interessant sein, die auf eine einfache Bedienung Wert legen und auf tiefergehende Auswertungen verzichten können.

Der Spark3 ist auch ein GPS-basiertes Gerät, das primär nur die Grundfunktionen bietet. Im Laufmodus liegt immer die GPS-Geschwindigkeit zugrunde, die sehr stark geglättet wird, um anhand der GPS Koordinaten eine halbwegs stabile Geschwindigkeitskurve realisieren zu können - im Bike-Modus kann der Spark3 hingegen mit einem SPD/CAD Bluetooth-Sensor gekoppelt werden.

Die Spark3 gibt es in mehreren Ausführungen, was sich vorallem im Preis niederschlägt. Wir nutzen die einfache Variante, die mit einem Bluetooth-HR-Sensor gekoppelt werden muss. Es gibt aber auch eine Variante, mit einem im Gerät integrierten optischen HF-Sensor. Das Koppeln mit diversen Bluetooth Smart Sensoren unterschiedlicher Hersteller war bislang kein Problem (gerade beim Bluetooth Übertragungsprotokoll soll es im Gegensatz zum ANT+ Protokoll diesbezüglich mitunter mal Kompatibilitätsprobleme geben).

Das Display kann minimal justiert werden, bei weitem aber nicht so beliebig, wie bei Garmin und Polar. Sprich es gibt diverse Hauptseiten, deren Basisanzeigefeld nicht geändert werden kann. Angepasst werden können lediglich die beiden unteren Anzeigefelder. Da man mit dem zentralen Bedienknopf, der wie eine Art Schaltwippe funktioniert, relativ schnell durch die Datenseiten navigieren kann, ist das für mich kein wirkliches Handicap. Wer aber sein Display frei nach seinen Vorlieben anpassen will, der wird mit der Spark3 nicht warm werden.

Wie gesagt, der Spark3 ist mehr ein Gerät, das auf minimale Komplexität ausgerichtet ist. Sportprofil wählen, warten bis der GPS-Lock zustande gekommen ist (nur bei den SPD-relevanten Sportarten) und dann einfach mittels Klicken der Schaltwippe nach rechts die Trainings-Session starten. Mittels Klicken nach links wird die Trainingseinheit dann wieder beendet und die Daten automatisch gespeichert. Weitere Interaktionen, vom Wechseln der Datensseiten abgesehen, sind nicht nötig.

Auch bei der TomTom ist GPS-Lock dank QuickGPSFix-Technologie sehr schnell (auch hier können GPS-Daten über die Synchronisation vorgeladen werden).

Eine Besonderheit stellt die rudimentäre Navigation da, die m.E. wirklich recht gelungen ist. Man kann Routen auf das Gerät hochladen (auch bei TomTom muss dazu der TomTom Webservice als Schnittstelle genutzt werden) und diese dann auf dem Spark3 in Form einer Krümeltrackanzeige  nachlaufen.

Ich will an dieser Stelle gar nicht soweit ausholen, da es sich primär um einen Sportcomputer und nicht um ein Navigationsgerät handelt, aber zum schnellen Ablaufen einer Route in einem unbekannten Terrain taugt diese Krümelspurnavigation auf dem Spark3 alle Mal. Siehe auch die Ausführungen zum Lezyne GPS Bike Computer, bei dem ich auf diese rudimentären Navigationseigenschaften kurz eingegangen bin.

Es versteht sich von selbst, dass man in diesem Fall die eigentlichen Trainingsseiten nicht einsehen kann, sondern die Krümelspuransicht, in die zudem hinein- und hinausgezoomt werden kann, ständig aktiviert habe muss.

Dank der Krümelspuransicht, die auch bei normalen Trainingseinheiten quasi on-the-fly generiert wird, kann man sich in fremden Gefilden wieder heim navigieren lassen.
Mit anderen Worten, in unbekannten Gebieten einfach Loslaufen und dann bei (Strecken)Halbzeit den aufgezeichneten Track einfach zurückfolgen.

Dazu muss man sich übrigens nicht der Krümelspuransicht bedienen, sondern kann sich auch von einer Kompassanzeige per Luftliniennavigation leiten lassen. Auch das klappt mehr oder weniger recht gut und ist mit der Back-to-Home Funktion des M400 vergleichbar. 
Der FR620 bietet diese rudimentäre Navigation übrigens nicht. Bei aktuellen Garmin Laufcomputern kann m.W. via Connect IQ Apps jene rudimentäre Navigation nachgerüstet werden.



Auch bei TomTom spielt die Webplattform TomTom Sports ein wesentliche Rolle. Der Spark3 kann entweder drahtlos (Bluetooth) mittels einer APP synchronisiert werden oder mit Hilfe eines speziellen Interfaces, das zudem als Ladekabel fungiert, synchronisiert werden. Hierfür muss auf dem PC eine spezielle Anwendung installiert werden, welche die Daten direkt mit dem TomTom Webservice synchronisiert.

Im TomTom Webportal kann man übrigens einstellen, dass bei der kabelbasierten PC Synchronisation die Daten zusätzlich lokal gespeichert werden sollen. Damit haben dann auch Thirdparty Programme wie die TrainingLab Pro und andere relativ leicht Zugriff auf die Trainingsdaten, ohne dass TomTom dabei auf die Cloudanbindung verzichten müsste. Ich finde diese Variante nicht schlecht und frage mich, weshalb Polar nicht ein ähnliches System aufgreift. Man kann diese beiden Welten also sehr gut miteinander verknüpfen, wenn man will.
Siehe auch mein How-To zum TomTom Spark3.

Selbstverständlich können über den TomTom Webservice auch nachträglich bestimmte Trainingseinheiten exportiert werden (das versteht sich aber wohl von selbst).

Reviews:
(das ist quasi das Vorgängergerät)


Das mal als kleine Momentaufnahme meiner aktuellen Laufcomputer. Veraltet sind diese Geräte sicherlich noch nicht, aber gerade bei Garmin hat sich die letzten Jahre doch einiges getan. 

Die drei Musketiere nochmal im Vergleich:


Donnerstag, 13. April 2017

Meine aktuellen Sportcomputer (Part 1: Bike Computer)

Da die Frage immer mal wieder aufkommt, hier eine kleine Übersicht meiner sich derzeit in Gebrauch befindlichen Sportcomputer.

Vorab: dies ist kein Review und ich bin, was Markentreue betrifft, mittlerweile auch sehr schmerzfrei. Daher führe ich hier wirklich nur jene Geräte auf, die ich nutze - bzw. die innerhalb meiner Familie derzeit genutzt werden - (sonst würde diese Aufzählung zu lang werden). Im Allgemeinen sind das auch jene Geräte, die eine gewisse Beständigkeit aufweisen, was für die Qualität dieser Produkte sprechen dürfte.

Was die hier nicht genannten Marken betrifft: vielleicht böte es sich an, eine Historie der im gesamten Radfahrerleben genutzten Bike-Computer zu verfassen, aber ehrlich, wer wollte das überhaupt lesen?
(falls es interessiert, mein erster elektronischer Fahrradtacho dürfte ein Sigma gewesen sein und mein erster Pulsmesser ein Polar Gerät, irgendwann sehr viel später bin ich dann beim Ciclosport Hac4 gelandet und noch etliche andere Marken sind durch meine Hände gegangen -> womit ich sicherlich einen ähnlichen Werdegang zu verzeichnen habe, wie etliche meiner Radsportkollegen auch :-) )

Derzeit genutzte Bike-Computer:

  • Garmin Edge 800
  • Lezyne Enhanced MicroC GPS (10 year edition)
    (aufgrund der Aktualität des Gerätes eine etwas ausführlichere Beschreibung)
  • Polar CS600

Garmin Edge 800

Auch wenn der alte Edge 800 seine besten Jahre sicherlich hinter sich haben dürfte - man könnte auch sagen, technisch nicht mehr auf dem aktuellsten Stand ist -, so ist das immer noch mein Bikecomputer der Wahl. Ich sehe einfach noch keinen Grund, ihn in Rente zu schicken.

Der Akku weist noch keine echten Verschleißerscheinungen auf (zumindest keine, die mich einschränken würden): sprich selbst die längeren Ausfahrten am Wochenende meistert er noch ohne Probleme, wobei aber irgendwo zwischen der 9-10h Marke Schluss sein dürfte. Einen Ötztaler müsste man dann schon entsprechend schnell angehen, wenn dem Edge 800 unterwegs nicht die Puste ausgehen soll :)

Von der fehlenden Konnektivität abgesehen - die ich aber nicht wirklich vermisse - bringt er fast alle Funktionen mit, die ich so brauche. 

Fast, weil bei Nutzung eines Leistungsmessers auf einige der später eingeführten Metriken verzichtet werden muss. Ob man diese benötigt oder nicht, das muss man freilich mit sich selbst ausmachen: left/right torque effect, left/right pedal smoothness und solche Sachen kennt er nicht und diese Parameter werden in der *.fit Activity auch nicht gespeichert und können daher später auch nicht ausgewertet werden.

Die letzten Anpassungen hinsichtlich der erweiterten Power-Metriken dürften mit Version 2.40 Einzug gehalten haben. Die darauf folgenden Firmware Versionen wiesen eher kleinere Korrekturen auf.

Der Vollständigkeit halber:


Als großes Plus erachte ich die vollwertige Routingfähigkeit des Gerätes, die immer noch gegeben ist. Die Nachfolger (Edge820, Edge1000, etc.) sind diesbezüglich sicherlich noch etwas verbessert worden (schnellere Prozessoren, etc.), aber das Grundhandling ist mehr oder weniger gleich geblieben.


Da man zum Teil kostenfreie routingfähige OSM Karten aufspielen kann, ist man bzgl. des Kartenmaterials relativ gut versorgt. Bisher war es mir mit dem Edge 800 immer möglich, mich im Falle des Falles korrekt navigieren zu lassen. Selbst im Ausland. Wobei ich anmerken will, dass ich die Routingfunktionen aber eher selten nutze. Wenn ich sie gebraucht habe, dann waren sie aber immer zielführend.

Ich will das Thema an der Stelle daher auch nicht weiter vertiefen, hinsichtlich der Routingfähigkeiten der aktuellen Bike-Computer habe ich mich in meinem Blog ja schon mal ausgelassen: Navigationsfähige GPS Radcomputer (von der Theorie zur Praxis)

Die letzten Versionsstände waren/sind dann auch sehr stabil. Kenner der Szene wissen sicherlich, dass diese Geräte mitunter einen gewissen Reifeprozess durchlaufen (was ich hier aber nicht weiter vertiefen will, aber es muss nicht unbedingt ein Fehler sein, die Pulle guten Weines etwas reifen zu lassen :) ) 

Kurzum, zu einem 'Neukauf' eines (gebrauchten) Edge 800 würde ich nicht mehr raten, da man bei gebrauchten Geräten nicht hineinsehen kann. Je nach Pflege wird die Akkuleistung des Gerätes irgendwann doch mal nachlassen!

Bei einem Neukauf sollte man daher doch die aktuellen Edge Geräte vorziehen, wenn man denn bei Garmin bleiben will. Allen Unkenrufen zum Trotz, bin ich, was die meisten Garmin Sportcomputer betrifft, mit dieser Marke immer relativ gut gefahren. 

Sollte bei mir aber wieder mal ein Neukauf anstehen, dann werde ich mir auch die aktuellen Wahoo Bike Computer (Wahoo Elemnt und Bolt) genauer ansehen, denn von den Spezifikationen her, können diese mit den Edge Geräten sicherlich mithalten und die Wahoos verfolgen ein paar interessante Ansätze, die Garmin bisher definitiv vernachlässigt hat (Smartphone-Anbindung, etc.)

Reviews 
(bessere als Rays Reviews wird man im Netz sicherlich schwerlich finden): 


Lezyne Enhanced Micro C GPS (10 Year edition):

Seit relativ kurzer Zeit nutze ich auch einen Lezyne Enhanced Micro C GPS Computer. Das Gerät ist wirklich sehr klein ausgefallen und bietet sich daher auch gut für Alltagsaufgaben an.

Der Lezyne Micro C ist ein vollwertiger Bike-Computer, aber dann doch nicht mit dem Edge und vergleichbaren Bike-Computern, die mehr Wert auf Datenfülle legen, vergleichbar.
Das Gerät ist hinsichtlich der Datenfelder nämlich eingeschränkt bzw. (wohl) bewusst auf das Wesentliche limitiert. Dazu weiter unten gleich mehr.

Achtung: Wer mit Altersweitsichtigkeit zu kämpfen hat - bei mir fängt das gerade erst an und ich kann die Texte auf dem kleinen Display gerade noch so einigermaßen gut lesen -, wird mit dem Micro nicht warm werden. Lezyne hat für diese Fälle aber auch größere Varianten im Portfolio.

Größenvergleich Lezyne Micro C GPS <-> Garmin Edge 800













Apropos Datenfülle: die Color-Variante des Micro kann nur max. drei (3) Datenfelder pro Seite (maximal fünf Seiten) anzeigen, was für Trainingsfahrten unter Umständen zu wenig ist.
Die anderen Lezyne Geräte dieser Serie (inkl. des Micro in der monochromen Ausführung) können anstatt der drei Datenfelder vier (4) gleichzeitig pro Datenseite anzeigen.
Beim Kauf der Micro-Serie sollte man das ggfs. beachten. Möglicherweise wird Lezyne die Farbvariante des Micro ja noch mal umgestalten, aber bisher ist das der Stand der Dinge -> mein Micro C kann jedenfalls definitiv nur max. 3 Felder pro Seite darstellen und - für die chronischen Zweifler dieser Worte - seitens Lezyne wurde mir das auch so bestätigt!.

Wenn man ein Intervalltraining bestreitet oder einen längeren Anstieg hochfährt, dann will man oftmals doch mehr Parameter einsehen können, ohne ständig durch die Displayseiten blättern zu müssen.

Wie auch immer, für mein Einsatzprofil reicht der Lezyne völlig aus (zur Not kann ich ja immer noch auf den Edge 800 ausweichen, was es für mich natürlich etwas einfacher macht, da ich das Teil einfach mal als Zweitcomputer deklariere :) ). 

Der Lezyne gehört zur neuesten Generation routingfähiger Bike-Computer, die quasi die (Routing-)Intelligenz komplett auslagern -> auf die erweiterten Routing-Eigenschaften kann nur zugegriffen werden, wenn die Geräte per Bluetooth mit einem Smartphone gekoppelt werden.

Auch hier möchte ich nochmal auf meinen Blog Post verweisen: Navigationsfähige GPS Radcomputer (von der Theorie zur Praxis)

Statische Navigation:


Turn-By-Turn Anweisung:

Mit dem ATB bin ich jetzt schon des öfteren statischen Routen nachgefahren, die ich zuvor mit dem TrainingLab Pro Routeneditor zusammen geklickt hatte.

Und das hat mit der aktuellen Firmware wirklich sehr gut funktioniert. Bei Wendepunkten poppt eine Hinweismeldung auf, die Turn-By-Turn Anweisungen werden so sehr präzise umgesetzt. Ich hatte schon ähnliche Geräte im Einsatz, bei denen das nicht so gut funktioniert hat. Vorallem wird der Abbiegehinweis früh genug eingeblendet, sodass man genug Zeit hat, zu agieren (anderenfalls kann man nämlich nur noch reagieren).

Statische Routen können über andere Webportale oder mit geeigneten PC- Programmen erstellt und dann auf den Lezyne Webservice in Form von TCX- oder GPX-Dateien hochgeladen werden oder direkt - allerdings in eingeschränkter Form - im Lezyne Routeneditor (in deren Webservice integriert) angelegt werden.

Werden (Routen)-Daten auf den Lezyne Webservice hochgeladen (und von diesem für die Geräte konvertiert) gilt es zu beachten:

  • importierte GPX Dateien können auf dem Gerät nur in Form einer Krümelspur angezeigt werden
  • wohingegen TCX-Dateien, sofern sie entsprechende Turn-Anweisungen enthalten(!), vom Lezyne Webservice dermaßen konvertiert werden, dass auch die Turn-Anweisungen auf dem Gerät genutzt werden können.

Also GPX-Routen nur als Krümelspur, TCX-Dateien, sofern sie entsprechende Turn-Anweisungen beinhalten, können auch als Turn-By-Turn-Navigation verwendet werden.

Werbung in eigener Sache: Mit dem in der TrainingLab Pro enthaltenen Routeneditor können z.B. solche Turn-By-Turn fähigen TCX Dateien erstellt werden:

Route zusammen klicken...



...und als TCX-Datei exportieren


Krümelspur:

Wenn alle Stricke reißen kann man auch der Krümelspur nachfahren. Allerdings muss man dann auf die Anzeige der 'Tachofelder' verzichten.

Es gibt immer mal wieder Szenarien, unter denen man wahrscheinlich auf die Krümelspuransicht wechseln wird: z.B. auf engen verwinkelten Wald- und Feldwegen oder immer dann, wenn die Turn-By-Turn Navigation nicht funktioniert.

Hier gibt es leider drei kleinere Handicaps, die ich nicht unerwähnt lassen will:

1.) die Krümelspur zeigt die aktuelle Position nur in Form eines sehr kleinen Fadenkreuzes an, sodass man nicht erkennen kann, auf oder in welche Richtung man sich gerade zu bewegt. Man muss also den Verlauf des Fadenkreuz einige Zeit beoachten, um zu sehen, in welche Richtung man sich bewegt. Richtig praxisfreundlich ist das nicht.

2.) Auch wird die Karte leider nicht in Fahrtrichtung ausgerichtet, sondern sie ist immer genordet. M.E. geht dadurch einiges an Überblick verloren.

3.) Und schließlich bietet das Gerät in der Krümelspuransicht bisher keinerlei Zoom-Funktionen, was mitunter die visuelle Wahrnehmung sehr erschwert.

Wie man es besser machen kann - trotz des zugegeben sehr kleinen Displays - zeigt TomTom mit der aktuellen Spark & Runner 3 Serie. Es wäre schön, wenn Lezyne hier noch mal Hand anlegen würde.

Zum Vergleich, so sieht das auf einem TomTom Spark 3Gerät aus. Dank der rotierenden Ansicht und vorallem des kleinen Richtungspfeils (anstatt eines Fadenkreuzes) kann man der Kartenskizze entnehmen, in welche Richtung man sich bewegt. Zusätzlich kann in die Kartenansicht auch in sehr einfacher Form hinein- und hinausgezoomt werden.

Das sind zwar nur drei kleine Details, die in der Praxis aber sehr viel ausmachen. Das Nachfahren der Krümelspur gestaltet sich auf der TomTom wesentlich leichter und angenehmer, dafür kann diese (Lauf)-Uhr nicht mit Turn-By-Turn Anweisungen aufwarten. Wie immer gilt auch hier, irgendeinen Tod stirbt man leider immer :-)

Nachtrag 1 (nachdem ich jetzt einige Krümelspur basierte Ausfahrten unternommen habe): um ehrlich zu sein, in der jetzigen Form ist das Nachfahren der Krümelspur mit dem Lezyne nicht empfehlenswert. Die Pfeil basierte Navigation klappt wirklich recht gut, aber das Nachfahren importierter GPX-Tracks (ohne Turn-Anweisungen!) ist aufgrund der kleinen Displaygröße und den oben erwähnten Einschränkungen alles andere als Praxistauglich. Hier kann ich Lezyne wirklich nur empfehlen, sich von TomToms Variante etwas inspirieren zu lassen.

Nachtrag 2 (was die zwingende Kopplung mit dem Smartphone beim Navigieren betrifft): 
wie weiter oben erwähnt, sollte der Lezyne mit dem Smartphone gekoppelt sein. 
Bei statischen Routen muss diese Kopplung streng genommen nur beim Aufspielen der Route gewährleistet sein (also immer beim Start der Route und zwar jedesmal, d.h. nach jedem Neustart des Gerätes -> die Routen liegen im flüchtigen Speicher des Gerätes). 
Dazu ist es nötig, dass das Smartphone mit dem Lezyne gekoppelt ist und auch Zugriff auf das Internet hat (WLAN oder mobile Daten), da die Routen auf dem Lezyne Webserver Server liegen. Sobald die Route auf das Gerät hochgeladen wurde, kann die Kopplung mit dem Smartphone theoretisch beendet werden, da die statische Route ja nur 'abgefahren' wird.

Bei der Echtzeit-Navigation (siehe folgende Erläuterung) verhält es sich ähnlich, nur sollte/muss auch während der Navigation eine Kopplung samt Internetzugriff dauerhaft bestehen, da der Lezyne nur über diese Kopplung eine Neuberechnung der Route anstoßen kann, wenn man sich zuweit von der zuvor berechneten Route entfernt hat (wie gesagt, die eigentliche Navigations-Intelligenz ist in der App implementiert und nicht im Bike-Computer)


Echtzeit Navigation:


Zusätzlich kann sich man über das Smartphone auch zu unbekannten Zielen navigieren lassen -> auch das klappte bisher wunderbar. Zumindest hier in der näheren Umgebung habe ich kein Problem, mich komplett auf dieses semistatische Routing zu verlassen. Die App benötigt dazu aber Zugriff aufs Internet!

Navigation via Smartphone-App:
Im Ausland wäre mir aber wahrscheinlich ein echtes routingfähiges Gerät mit einer realen Kartenansicht dann doch lieber.

Und für den Notfall sollte im Rucksack natürlich auch noch eine Papierkarte mitgeführt werden.













Konnektivität:


Ganz ohne geht es halt in der heutigen Zeit doch nicht. Da der Lezyne mit dem Smartphone gekoppelt werden kann - und das auch sollte, wenn man das Optimale aus dem Gerät herausholen will! -, bieten sich natürlich diverse Konnektivitäts-Features an. 

Mittels der Lezyne App kann ein Echtzeit-Tracking aktiviert werden, was es Dritten ermöglicht, die Trainingsrunde live mitzuverfolgen. Über den Sinn und Unsinn will ich mich an dieser Stelle nicht auslassen, aber dieses Feature funktioniert soweit. 

Man kann diversen Personen - auch über die App - einen entsprechenden Link auf das Lezyne Webportal zumailen lassen. Sobald man eine Aufzeichnung startet, erhalten jene Personen dann eine EMail und können auf dem Lezyne Webportal die aktuelle Route live mitverfolgen. 

Als Alltags-Gadget wird diese Funktionalität m.E. ziemlich überbewertet, aber im Urlaub oder bei gewissen Anlässen kann das wohl einen Sinn machen (und jetzt habe ich mich doch bzgl. der Sinnhaftigkeit ausgelassen).

Zu guter Letzt dürfen natürlich Strava Segmente nicht fehlen, aber um ehrlich zu sein, diese Funktion habe ich bisher noch nie genutzt (mir fehlt da wohl etwas der Ehrgeiz) und kann daher nicht sagen, ob Leyzne das alltagstauglich umgesetzt hat. 


Reviews:
DC Rainmaker: Hands-on with the Lezyne Super GPS Bike Computer


Polar CS600:

Der Vollständigkeit halber möchte ich an dieser Stelle noch meinen Polar CS600 aufführen, den ich immer noch am Zweitrenner fahre (wenngleich mittlerweile eher selten).

Viel zu schreiben gibt es an dieser Stelle nicht. Der CS600 stammt aus einer Zeit, als GPS Funktionen im Bikecomputer Bereich noch eher die Ausnahme waren, bzw. Garmin in diesem neuen Segment mehr oder weniger echte Alleinstellungsmerkmale für sich proklamieren konnte. Siehe: TIMELINE 2016: GARMIN, POLAR, SUUNTO, TOMTOM

Nichtsdestotrotz hatte der Polar CS600 mit seinem Erscheinen bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen, da er relativ einfach zu bedienen war und eine Menüführung aufwies, die mittels kurzer Texterläuterungen der Anwender durch die vielen Funktionen leiten konnte (was damals noch eher die Ausnahme war). Ganz ohne Handbuchstudium ging es aber doch nicht.

Das Gerät war für mich - von dem in der Tat sehr gewöhnungsbedürftigen Design mal abgesehen - der perfekte Bike-Computer und wenn ich gefragt wurde dann lautete meine Antwort: "So - und nicht anders - muss ein Bike-Computer funktionieren!" (was in meinem beruflichen Umfeld mitunter die ein oder oder andere seltsame Reaktion auslöste :-) ).
Ich war so überzeugt von dem Gerät, dass ich der TrainingLab sofort das Direkteinlesen beigebracht hatte, was insofern relativ einfach war, als dass ich viel Code aus meinem alten HRMProfil Projekt übernehmen konnte :-)

Leider war Polar damals schon relativ verschlossen, was Industriestandards betraf, was ich beim CS600 aber noch verschmerzen konnte.
Dennoch es war zu diesem Zeitpunkt schon ersichtlich, dass Dynastream/Garmin mit dem recht neuen ANT+ Standard ein herstellerübergreifendes Protokoll realisiert hatte, dem ich als Anwender auf Dauer nicht wirklich entsagen konnte oder wollte.

Sei's drum, ich nutze den CS600 gelegentlich noch, aber aufgrund des proprietären Sendeprotokolls kann der CS600 z.B. nicht mit meinen sich in Verwendung befindlichen Sendern gekoppelt werden. Beim Pulsgurt ist das nicht so tragisch, aber meine SPD/CAD Sender und meinen Leistungsmesser kann ich mit dem CS600 nicht koppeln, sodass die Nutzung mittlerweile für mich doch recht eingeschränkt ist. Generell nutze ich fast nur noch ANT+ basierte Sender, was den großen Vorteil hat, dass meine ANT+ fähigen Bike-Computer mit allen Rädern mehr oder weniger kompatibel sind.

Falls der CS600 heutzutage günstig im Rahmen eines Gebrauchtkaufs angeboten wird und auf die ANT+ Kompatibilität verzichtet werden kann (leider auch nicht Bluetooth Smart fähig!) könnte man eventuell zuschlagen.

Reviews:
POLAR CS600 with Power Review


In Teil 2 werde ich mich meiner Laufcomputer annehmen und Teil 3 wird dann Fitness-Tracker beleuchten, die sich bei uns im Einsatz befinden.

To be continued...

Donnerstag, 23. März 2017

Why it's all in german (or wouldn't it be better to offer an english based webpage)?

This article is written in english and primarily addressed to english speaking people.

Sometimes I get some enquiries asking why my website is german only.
Some not german speaking people want to use the TrainingLab Pro PC software and want to support this project, but have concerns that there isn't any english based support.

Here is the answer (in a few words):

TrainingLab Pro application:

The TrainingLab Pro software supports an english and german based GUI -> so TrainingLab Pro isn't a german only PC program, but can be switched to an english interface (indeed I'm developing the TrainingLab Pro in english and do the (german) translation stuff afterwards).

The support 'thing':

Developing and offering a computer application is one thing, but you must support users, if they have any problems.

And here the problems begin:

I'm not a native english speaker, but of course I'm able to speak and write english (although not perfect, as you can possibly see while reading this blog article, but who is already perfect :) ?).

Sometimes I must ask madame Google (Google translator) for some help, so writing in english and doing english based support is more time-consuming for me.

In other words, I'm able to answer questions in english, but not at fast as I'm able to do this in german.

Status Quo:

So, regarding the TrainingLab Pro project this means:

  • the main TrainingLab Pro application supports - besides german - an english interface too
  • my TrainingLab Pro website doesn't, but is german only (at the moment)
    (this includes the author FAQ, some written instructions and the official TrainingLab Pro PDF manual, that is german only at the moment -> one must or should use Google translation service)
  • yes, english based email support exists, but due to fact that this is a more time-consuming task for me, in general, it could last some more days.  

That's the reason, why the TrainingLab Pro project website is german only and therefore limited respective to english. There are many not german speaking TrainingLab Pro users and till now, it wasn't a big deal to support them if they had needed help.
It would be worse to fake a perfect world szenario regarding this kind of (support) stuff, if I couldn't handle all this in a perfect manner. I'm a developer and not a faker!

Maybe this can improve in the future, so that a better international support will be the result, but as long as I handle this by myself, things are going on like they are going on at this time.

Conclusion:

Now you should know what's going on and why things are like they are... I prefer the honest way, therefore I won't build up a perfect world scenario that I cannot handle for the moment. Not a fake world, but a grey world (with respect to one of my former favourite HC bands called Attitude Adjustment *) :) Get the point!

Thanks for reading...

Dienstag, 24. Januar 2017

Navigationsfähige GPS Radcomputer (von der Theorie zur Praxis)

Hin und wieder werde ich gefragt, welchen Sportcomputer oder welches GPS-Gerät ich empfehlen würde.

Mal davon abgesehen, dass ich tunlichst versuche, dieser Frage samt einer Antwort aus dem Weg zu gehen, weil das eine sehr subjektive Sache ist - und mir mitunter die Nähe bzw. neuerdings auch Distanz zu diversen Firmen unterstellt wird -, kommt das immer auf das konkrete Anforderungsprofil an.

Wer während des Trainings nur Pulswerte ablesen will, um z.B. die Trainingsintensität etwas steuern zu können, dem wird ein profaner Pulsmesser reichen (die es heute schon recht preiswert zu kaufen gibt).

Wer seine Trainingseinheiten protokollieren will, der wird natürlich tiefer in die Tasche greifen müssen.

Und wer einen navigationsfähigen Bikecomputer nutzen will, der muss wissen, inwieweit ihm die Navigationsfähigkeiten wichtig sind.

Daher will ich an dieser Stelle das Thema navigationsfähige Bike-Computer aufgreifen und deren Arbeitsweisen etwas skizzieren.

Vereinfacht gesagt, gibt es zwei bzw. mittlerweile drei Varianten navigationsfähiger Bike-Computer:

  • Geräte, die eine Echtzeitnavigation bieten (das bedingt routingfähige Karten auf dem Gerät)
  • Geräte, die eine rudimentäre Navigation anhand statischer Routen, die zuvor mittels eines geeigneten Programmes oder Webservices erstellt werden müssen, bieten. Im Grunde genommen ist das eine Art Pseudo-Navigation, die funktionieren kann, aber nicht immer funktionieren muss (siehe Ausführungen weiter unten). 
  • Neue Gerätetypen, die beide Welten mittels Smartphone-Anbindung mehr oder weniger miteinander verknüpfen.


Echtzeitnavigation:

(Geräte mit echter Kartendarstellung)

Wenn Navigationseigenschaften wirklich im Vordergrund stehen, dann empfehle ich durch die Bank jene Geräte, die eine Echtzeitnavigation inklusive einer echten Kartenansicht bieten. Mit diesen Geräten kann man wirklich überall navigieren -> natürlich muss die installierte Karte das entsprechende Einsatzgebiet abdecken!

Die meisten dieser Geräte weisen ein mehr oder weniger großes Farbdisplay auf, was etwas an der Akkulaufzeit nagt. Aktuelle Geräte meistern die 10 Stunden Hürde normalerweise aber schon, sodass auch längere Tagestouren damit machbar sind. Bei noch längeren Touren (Radmarathons, Langstreckenfahrten) muss aber ggfs. eine externe Powerbank als zusätzliche Stromquelle Verwendung finden.

Oftmals wird man beim Marktführer landen, denn so groß ist der Markt nicht. Es gibt mittlerweile aber auch andere Hersteller, die sich diesem speziellen Marktsegement annehmen.

Wer jetzt allerdings eine stressfreie Navigation, wie sie in KFZ-Navigationsgeräten realisiert ist, erwartet, der wird vermutlich enttäuscht sein. Meistens handelt es sich bei den Geräten primär um Sportcomputer, die eine Navigation als Nice-To-Have mitbringen. Im Gegensatz zur Auto-Navigation ist das radtaugliche Strassennetz nicht so gut erfasst, wie das KFZ-geprägte Strassennetz, sodass die on-the-fly Navigation auch schon mal zu einer etwas kruden Streckenberechnung führen kann.
Auch die Bedienung ist aufgrund der eher kleineren Bauweise nicht mit der eines KFZ-Navis vergleichbar, da die Hersteller beim User-Interface Kompromisse machen müssen. Zwar hat sich diesbezüglich die letzten Jahre sehr viel getan, ohne Handbuchstudium wird es aber in den seltensten Fällen gehen (das fängt schon damit an, dass man sich die Unterschiede zwischen einer Route und eines Tracks erschließen sollte, was hier aber bewusst nicht das Thema ist).

Man kann eine reine Kartensicht aufrufen und dann einer bereits fertig erstellten Route bzw. Track auf der Karte nachfahren, was aber dazu führt, dass man die normalen sportbasierten Ansichten des Bikecomputers nicht mehr vor Augen hat, oder, und das ist das Tolle an diesen Geräten, die Sportseiten weiterhin aktiv geöffnet haben: sobald eine Abzweigung kommt, blendet das Navi einen Abiegepfeil ein, sodass man früh genug reagieren kann. Das klappt in der Regel recht gut.

Bei bereits fertig erstellten Routen/Tracks, die auf das Gerät aufgespielt wurden, sind die Geräte meistens so schlau, beim Verlassen der aktiven Route, eine Neuberechnung anzustoßen, um wieder auf die eigentliche Routenvorgabe zu gelangen.
Alternativ kann man von unterwegs einen Zielpunkt vorgeben -> das Navi berechnet dann on-the-fly eine Route, der man einfach nachfährt. Je nach installiertem Kartenmaterial kann auch eine Adresssuche angestoßen werden, ansonsten kann man auf der Karte einen Zielpunkt markieren und sich dorthin navigieren lassen.
Das geht natürlich nur, wenn das Gerät eine Kartenansicht bietet und eine Karte der betreffenden Region installiert ist.

Bisher war es mir immer möglich, auch von unterwegs eine Zielnavigation einzuleiten, wenn ich mich denn mal verfahren hatte. Bei der rein statischen Navigation - ohne echte Kartenansicht - ist das nicht möglich! Hier kann maximal eine Luftliniennavigation aufgerufen werden, sofern das Ziel als Wegpunkt auf dem Gerät gespeichert ist -> das heißt, man wird eine gerade Linie sehen, die auf das Ziel hinweist, was bei verwinkelten Strassen-/Wegführungen natürlich alles andere als zielführend ist. Hier ist die Kartensicht also mehr oder weniger unabdingbar.


Rudimentäre Navigation:

(Geräte ohne eigenes Kartenmaterial)

Bis vor kurzem war ich noch der Meinung, dass diese Art der Navigation - da rein statisch! - nicht wirklich taugt. Z.B. kommt es immer mal wieder vor, dass die zuvor erstellte Route nicht 100% nachgefahren werden kann, weil Umleitungen (im Wald gerne auch mal gesperrte Wege), etc. ein 100% genaues nachfahren nicht ermöglichen. Je nach Straßen- und Wegnetz kann es dann sehr schwer sein, wieder auf die im Display angezeigte Krümelspur zu gelangen. 
Mittlerweile gibt es aber Geräte, die mit einem Smartphone gekoppelt werden können, sodass diese Geräte nicht mehr rein statisch operieren, sondern mit Hilfe des Smartphones, das die (Navigations)Intelligenz mittels einer App dem Bike-Computer zur Verfügung stellt, dynamisch navigieren können (darauf werde ich weiter unten eingehen).

Die Vorgehensweise ist dabei immer die Gleiche. Man muss eine bereits erstellte Route auf das Gerät übertragen, der man dann mehr oder weniger - eher mehr! - akribisch nachfahren muss. Bei der Krümelspurnavigation kann man oftmals fertig designte GPS-Routen oder Tracks verwenden, wie man sie im Internet zuhauf findet.


Manche Geräte, die eine sogenannte 'Turn-by-Turn'-Navigation bieten, verlangen hingegen oft besonders designte GPX-Dateien, die online mit bestimmten Webportal Editoren oder mit PC-Programmen erstellt werden müssen. Eines dieser Tools wäre z.B. der in der TrainingLab Pro integrierte Routeneditor (den ich aber aus diversen Gründen zu diesem Zweck nicht empfehle!).

Diese speziellen GPX-Dateien werden um statische Pfeil-Attribute ergänzt. Und hier liegt dann auch das große Problem, da die Pfeilvorgaben eben für jeden Wegpunkt statisch sind -> sobald man einen Wegpunkt verpasst hat, kann das dazu führen, dass diese ganze statische Routenvorgabe nicht mehr funktioniert, weil das Gerät nicht weiß, wo es sich auf der nichtvorhandenen Karte befindet.

Oftmals sind die Routenwegpunkte in der Anzahl auch noch begrenzt (50-100 Routenpunkte), was zufolge hat, dass man Touren ab einer bestimmten Länge bzw. Komplexität nicht mehr gescheit abbilden kann. Letztlich muss nämlich an jeder Kreuzung, die eine Richtungsänderung bedingt, ein Routenwegpunkt gesetzt werden.

Vorab noch ein kleiner Exkurs bzgl. dieser Turn-by-Turn Navigation und deren statischen Charakters:

Bei den mir bekannten Geräten müssen die Turn-by-Turn Vorgaben wirklich statisch in eine GPX-Datei geschrieben werden (meistens verwenden diese Geräte dafür spezielle XML-Tags, die nicht standardisiert sind, sondern jeder Hersteller kocht hier sein eigenes Süppchen).

Das heißt, der Routeneditor muss beim Designen der Route die Ausrichtung der Abbiegepfeile - ausgehend von der jeweils aktuellen Position/Fahrtrichtung, die das GPS-Gerät an den Routenwegpunkten aufweisen wird! - berechnen und entsprechend pro Routenwegpunkt einbetten.

Hier ein Screenshot, der das hoffentlich etwas verdeutlicht.

Sobald man nun die Kette der vorgegebenen Routenwegpunkte durchbrochen hat und sich aufgrund einer anderen Position dem kommenden Routenwegpunkt in einem anderen Winkel nähert, kann das Gerät das nicht mehr abbilden.
Manche Geräte sind immerhin so schlau, beim gegensätzlichen Abfahren der Routen (als Startpunkt fungiert also der Endpunkt), die Pfeile entsprechend umzudrehen (sofern das Gerät erkennt, dass die Route in der anderen Richtung abgefahren wird, aber das war es dann auch schon mit der Automatik).

Es gibt Geräte (z..B. die alten Garmin Outdoor Handhelds und sicherlich auch noch Andere), die auf die zuzufahrenden Wegpunkte mit einem dynamischen Pfeil zeigen (als Luftlinie). Das hat Vor-, aber auch Nachteile:

  • Wenn man z.B. bei einer arg verwinkelten Strassenführung nicht auf der Luftlinie zum anvisierten Wegpunkt zufahren kann (bei diesem Screenshot beträfe das die leicht abweichende Startposition, die ich unten rechts vom eigentlichen Startpunkt markiert habe). 
  • Oder die Trägheit des Pfeiles dazu führt, dass man bei höheren Geschwindigkeiten beim Einleiten der Kurve nicht schnell genug agieren kann.

Sofern man aber vom Startpunkt aus immer diesen dynamischen Pfeilen folgen kann, würde das Einen sicher zum Ziel führen (die ersten erschwinglichen Garmin Outdoor Handhelds waren daher auch bei Wanderern sehr beliebt).

Wie auch immer, die mir bekannten Geräte, die als Turn-by-Turn fähig beworben wurden, haben alle statisch operiert; anders könnte man wohl die Abbiege-Hinweismeldungen, die ca. 20-100 Meter vor dem kommenden Abbiegevorgang eingeblendet werden, auch nicht realisieren.

Ggfs. müsst ihr Euch halt schlau machen, wie das jeweilige Gerät in dieser Hinsicht funktioniert. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses statische Routing-Verfahren mit der Kopplung an Smartphones in naher Zukunft durchaus noch optimiert werden kann (erste Ansätze gibt es ja bereits, die aber m.E. noch nicht alles Machbare ausreizen). Siehe Ausführungen weiter unten.

Die erste Generation dieser technischen Navigationswunderwerke wies eine reine Pfeilnavigation (Turn-by-Turn) auf. Das Gerät navigierte also entlang einer festen Route. Mittels einer statischen Pfeilvorgabe musste man sich von Wegpunkt zu Wegpunkt entlang hangeln. Wenn man einen Wegpunkt nicht genau gekreuzt hat, konnte das dazu führen, dass die gesamte Navigation aus dem Tritt kam. 
Bessere Geräte konnten dann zumindest wieder zum nicht gekreuzten (= übersprungenen) Wegpunkt zurück navigieren, aber das konnte dazu führen, dass man immer wieder im Kreis navigiert wurde.

Ich kann diese Geräte jedenfalls nicht empfehlen, bzw. ich selbst bin mit diesen Geräten nie richtig warm geworden. 
So richtig funktioniert diese Navigationsart im Grunde genommen nur auf einem freien Feld oder in Gewässern, weil man unter diesen Bedingungen immer wieder auf den anvisierten Wegpunkt (in Form einer virtuellen Luftlinie) direkt zufahren kann. Im normalen Bike-Einsatz ist das eher schwer machbar.

Diese Geräte haben aber durchaus ihre Daseinsberechtigung, z.B. im Geocache-Bereich. Die Kartenbasierten Navis sind da fast schon wieder zuviel des Guten bzw. wird die Geocache-Sucherei dann zu einfach. 
Auch in der Schiffahrt findet diese rein Wegpunkt basierte Navigation Anwendung, um seichte Stellen und Untiefen zu umschiffen. Und in der Luftfahrt wird/wurde diese Navigationsart auch genutzt.


Die zweite Generation zeichnet sich dadurch aus, dass neben der Pfeilvorgabe auch eine Krümelspuransicht eingeblendet werden kann. Auf diese Weise kann man immerhin dem auf dem Display angezeigten Track nachfahren. Allerdings muss hierfür immer die Kartenansicht aktiv sein, sonst kann man der Krümelspur logischerweise nicht folgen.

Mitunter bieten diese Geräte auch eine Einblendung von Abbiegepfeilen (Turn-by-Turn) an, sodass man während der Fahrt die sportspezifischen Seiten weiterhin aktiviert haben kann und das Navi kurz vor den Abzweigungen einen Abbiegepfeil einblendet.
Das klingt in der Theorie gut, aufgrund der Tatsache, dass die Pfeilvorgaben hier aber auch statisch in der GPX-Datei eingebunden sind, trifft das bereits zuvor Gesagte zu. Sobald man die ursprüngliche Routenvorgabe verlässt, wird es mitunter holprig.

Da die Pfeile wirklich statisch in der GPX-Datei eingebunden sind (also z.B. als LEFT, RIGHT, etc. deklariert), funktioniert diese Turn-by-Turn Anzeige nicht, wenn man sich dem Routenwegpunkt in einem anderen Winkel als den ursprünglich geplanten annähert. Das kann durchaus vorkommen, wenn man einen Routenwegpunkt umfahren hat. Mit anderen Worten, sobald die Kette der Routenwegpunkte unterbrochen wurde - das Navi arbeitet diese Kette einfach nur sequentiell ab -, kann es Probleme mit dieser Turn-by-Turn Navigation geben.

Es gibt Geräte, die das etwas egalisieren können, aber das sind meistens Navis, die keine statischen Abbiegepfeile einblenden, sondern den Pfeil zum nächsten Routenpunkt immer direkt auf diesen ausrichten. Das ist im engeren Sinne keine Turn-by-Turn Navigation, weil das einem Luftlinienrouting mit Hilfe eines Kurszeigers entspricht (mit den weiter oben beschrieben Problemen).

Das ist auch der Hauptgrund, weshalb ich meinen Routeneditor - der mir lediglich als eine Art private Machbarkeitsstudie diente - für derlei Aufgaben nicht empfehle.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Art der Navigation funktionieren kann, aber nicht muss. Bei großen Rennrad-Rundtouren hatte ich einige positive Ergebnisse, sobald ich aber auf arg verwinkelte Straßenführungen gestoßen bin, war dieses statische Navigieren eher schwierig bis nicht mehr praktikabel.

Ich will/muss aber anmerken, dass es auch viele User gibt, die mit dieser Art der statischen Navigation gut zurechtkommen. Hier sind jene Geräte klar im Vorteil, die den User auf eine Abweichung entsprechend hinweisen (was aber nicht alle Geräte wirklich gut machen!).


GPS Bike Computer mit Smartphone Anbindung:

(Geräte mit Zugriff auf routingfähige Karten mit Hilfe einer Smartphone-Anbindung)

Die dritte Generation - wie ich sie jetzt nenne - hat jene Navigationsart, die auf einer im Gerät hinterlegten routingfähigen Karte verzichtet, nun wieder aufgegriffen, stark verbessert und dank der Anbindung an ein Smartphone, um ein dynamisches Routing ergänzt (da über das Smartphone nun doch auf eine routingfähige Karte zugegriffen werden kann bzw. die dynamische Routenberechnung direkt von einer Smartphone App an den Bikecomputer durchgereicht wird).

Vertreter dieser neuen Generation wären z.B. der Wahoo Elemnt (der allerdings auf eigenes Kartenmaterial im Gerät zugreifen kann und demzufolge streng genommen zur Kategorie der Echtzeitnavigationsgeräte zählt, wenngleich meines Wissens die aktive Routenberechnung beim Elemnt vom Smartphone übernommen wird *) und die neue Lezyne Enhanced GPS Serie (10 Year Collection).
(* diesbezüglich muss ich mich nochmal schlau machen)

Betont werden muss, dass hierbei die dynamische Navigation mit der Kopplung der Smartphone App und vorallem deren Qualität steht und fällt (sowohl was die physische Kopplung - im allgemeinen Bluetoothverbindung - als auch die Qualität der App betrifft).

Ich habe testweise einen Lezyne Micro C in Betrieb und muss sagen, dass trotz meiner anfänglichen Skepsis dieses durch das Smartphone unterstützte Routing bisher recht gut funktioniert hat. Echte längere Testfahrten stehen aber noch aus und mein Testgerät weist auch noch die ein oder andere kleinere Kinderkrankheit auf, weshalb ich den Micro C derzeit (noch) nicht weiterempfehlen kann. Die Ansätze gefallen mir aber recht gut und ich werde das Gerät noch eine Zeitlang testen und hoffen, dass Lezyne noch das ein oder andere Firmware-Update nachreichen wird. Womöglich werde ich später ein Review zu diesem Gerät beisteuern.

Dieses Routing ist quasi semistatisch, das heißt, die Route wird als statische Vorgabe an das Gerät gesendet und im Gerät selbst Wegpunkt basiert abgearbeitet. Der Clou ist, dass das gekoppelte Smartphone die Route neuberechnet, sobald man von der Vorgaberoute abweicht.
Das Gerät ist dabei so schlau, bei kleineren Abweichungen den User erstmal darauf hinzuweisen, umzukehren und erst wenn ein gewisses Delta erreicht ist - sprich die Abweichung zum nächsten Wegpunkt zu groß ist -, eine Routen-Neuberechnung anzustoßen. In dem Fall wird der Part sozusagen an die Smartphone App übergeben, die im Hintergrund eine neue Route zum anvisierten Zielpunkt berechnet.

Das ist zwar keine Echtzeitnavigation - man kann das nicht genug betonen! -, wie ich sie weiter oben empfohlen habe, aber als Notlösung ein geeigneter Ansatz.
Ich habe mit diesem Gerät jetzt ein paar kleinere Testrunden gedreht und das hat soweit wirklich recht gut funktioniert. 

Again, das ist definitiv keine Echtzeitnavigation aber auch kein Vergleich zu den Pseudo-Navigationsgeräten der ersten und zweiten Generation, sondern durchaus ein Ansatz, der als Mittel zum Zweck taugen kann. Der hier beschriebene Lezyne Micro C ist wirklich sehr klein, sozusagen ein Gerät für Puristen, die kein großes Navi am Renner mit herumschleppen wollen :)

Ich hoffe damit etwas Licht gespendet oder zumindest die grundlegenden Eigenschaften dieser Geräte etwas beleuchtet zu haben. Wie gesagt, die Frage nach dem geeigneten Gerät ist sehr subjektiv und die Technik dahinter befindet sich im ständigen Wandel (die Anbindung der Geräte an Smartphones ist noch relativ neu).

Anmerken möchte ich, dass ich bei heimischen Rennradrunden sehr selten vorab erstellten Routen nachfahre, sondern selbst in unbekanntem Terrain einfach drauf losfahre und die Navigationsfähigkeiten meines Navis deswegen so gut wir gar nicht ausnutze.

Im Urlaub hat mir mein Garmin Edge800 hingegen schon sehr gute Dienste geleistet, sodass die Papierkarte meistens im Rucksack verbleiben konnte.

Insofern ist die Echtzeitnavigationsklasse die eierlegende Wollmichsau bzw. kommt dieser recht nahe. 

Hier im heimischen Terrain würde mir aber auch ein Gerät der dritten Generation genügen, weshalb ich mir demnächst neben dem Lezyne auch den Wahoo Elemnt noch einmal genauer ansehen werde (nicht nur des seltsamen Namens wegen :-) )

To be continued...

Montag, 23. Januar 2017

Working with Prototypes Part 2 ('Smooth' ist anders :-) )

Wieder mal Festplattenputz gemacht :-)

Vorab: diese Bilder sollen bitte nicht dazu animieren, diverse Interfaces nachzubauen (anstatt diese käuflich zu erwerben), wobei im Zeitalter der USB-MassStorage Devices und der drahtlos Verbindungen (Bluetooth, ANT+, WLAN, etc.) die Tage dieser Auslese-Interfaces eh gezählt sein dürften.

Ich will auch gar nicht groß rumlabern, sondern einfach nur ein Bild sprechen lassen.


Wenn man Glück hat wird man als Softwareentwickler schon recht früh in den Entwicklungsprozess eingebunden. Dann ist die (Serien)Produktion der Geräte natürlich noch nicht angelaufen, sondern man muss, wie bereits in einem vorangegangenen Beitrag erläutert, mit den ersten Prototypen vorliebnehmen (was sehr spaßig, aber auch recht stressig sein kann, wenn die Hardware noch nicht tut, was sie eigentlich soll und man nicht zum Implementieren kommt, sondern als Tester und Bugmelder den Firmware-Entwicklern zuspielen muss).

Kurzum, irgendwie muss man die Gerätedaten ja auslesen und früher kamen dabei des öfteren proprietäre Interfaces zum Einsatz. Wenn sich diese noch nicht in der Produktion befanden, dann musste eben gebastelt werden.

Hier sind zwei dieser Bastel-Interfaces zu sehen, die mir damals zum Teil von den Firmen zur Verfügung gestellt wurden (teilweise war auch Selberbasteln angesagt). In der Endproduktion sahen diese Interfaces dann doch merklich anders aus... :-)

Heute ist das wie gesagt alles etwas einfacher. Mittlerweile werden die Daten häufig drahtlos in die Cloud hochgeladen oder es genügt, ein USB-Kabel anzuschließen, um die Geräte als MassStorage Device anzusprechen.

Aber ganz ausgestorben sind diese Interfaces noch nicht, meinen Garmin Forerunner 620 kann ich z.B. alternativ mittels des dazugehörenden Lade(Interface)-Kabels auslesen, was trotz Cloudanbindung des FR620 per WLAN Übertragung von mir immer noch gerne genutzt wird, um die Aufzeichnungen in die TrainingLab Pro zu pumpen..

To be continued...