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Dienstag, 27. Juni 2017

Meine aktuellen Sportcomputer (Part 2: Lauf Computer)

Vorab: auch hier gilt, dies ist kein Review und ich bin, was Markentreue betrifft, mittlerweile auch sehr schmerzfrei. Daher führe ich hier wirklich nur jene Geräte auf, die ich nutze - bzw. die innerhalb meiner Familie aktuell genutzt werden - (sonst würde diese Aufzählung zu lang werden). Im Allgemeinen sind das auch jene Geräte, die eine gewisse Beständigkeit aufweisen, was für die Qualität dieser Produkte sprechen dürfte (siehe auch die entsprechenden Ausführungen im Beitrag Bike-Computer).

Derzeit genutzte Lauf-Computer:

  • Garmin Forerunner 620
  • Polar M400
  • TomTom Spark3/Runner3

Garmin Forerunner 620
Auch hier greife ich auf die Dienste eines nicht mehr ganz taufrischen Geräts zu, wüsste jetzt aber auch nicht, weshalb ich den FR620 ersetzen sollte

Eigentlich hatte ich den Forerunner 620 nur erworben, um in der TrainingLab Pro die damals (2013) neuen Garmin Running Dynamics am lebenden Objekt implementieren zu können.

Der FR620 hat dann relativ schnell meinen zu dieser Zeit genutzten Laufcomputer abgelöst.

Es handelt sich beim FR620 um einen GPS basierten Laufcomputer (streng betrachtet ist es ein Multisportcomputer), der alle Funktionen bietet, die ich während eines Laufs - je nach Situation - zu nutzen weiß. 
Dabei ist er nicht zwingend an das GPS gekoppelt, sondern kann - wie viele andere Laufcomputer auch - mit einem Foot-Pod gekoppelt werden. 

Wobei Garmin hier einen neuen Ansatz verfolgt und die Funktion des Lauf-Pods komplett in den Brustgurt verlagert hat, der - schenkt man den Garmin Marketing Leuten Glauben - lernfähig sein soll und anhand der zusätzlichen GPS-Daten, mit der Zeit den Laufstil des Läufers besser analysieren und einordnen können soll.

Darüber hinaus bietet er auch viele Funktionen, die zwar nice-to-have sind, aber in der Praxis wahrscheinlich eher weniger aufschlagen werden. Letztlich wird man bei einer Laufuhr während der Trainingseinheit eher sporadisch aufs Display schauen (man will ja nicht gegen die nächste Strassenlaterne rennen, weil man sich in völliger Technikverliebtheit der Displayanzeige zu sehr hingegeben hat :), etc.) -> get the hint! Für die echten Cyborgs unter uns Läufern gibt es dann ja noch sogenannte HUD-Systeme (wer's braucht... :))

Hinsichtlich der Running Dynamics kann man geteilter Meinung sein und selbst Ray (DC Rainmaker) hat sich dazu das ein oder andere Mal - auch etwas kritischer - geäußert. Ich will diese Metriken nicht überbewerten, denn auch hier gilt sicherlich, wer (viel) misst, misst Mist.

Aber mir haben die mit dem FR620 eingeführten neuen Running Dynamics Metriken definitiv dabei geholfen, meinen Laufstil etwas zu verbessern. War ich früher eher der Typ ungehobelte Dampfmaschine, bin ich jetzt zwar nicht gänzlich zum leichtfüssigen Tänzer mutiert, aber doch merklich smoother unterwegs.

Kurz, wenn man eine zeitlang den Angaben der Running Dynamics Felder auf dem Display Folge leistet und versucht, die grünen Bereiche einzuhalten, dann kann man seinen Laufstil im Rahmen dessen, was dem Läufer genetisch vorgegeben ist, optimieren. Bei mir hat sich das dadurch bemerkbar gemacht, dass sich VO und GTC Werte merklich verringert haben (weniger ist hier mehrund die Laufschrittfrequenz etwas verbessert wurde -> eine höhere Kadenz ist auch beim Laufen von Vorteil, aber man sollte nichtsdestotrotz seinen eigenen Laufstil finden -> nicht jeder ist ab Werk mit einem schnelldrehenden Nähmaschinenmotor ausgestattet sondern in manchen Läufern/Radlern werkelt mehr so eine Art kräftiger Dieselmotor - dem die Technik des schnelldrehenden Turbodiesels noch nicht zuteil wurde :).

Die Frage ist jetzt, ob sich diese laufspezifischen Metriken bei einem regelmäßigen Training nicht sowieso von alleine verbessern oder diese motorischen Fähigkeiten gezielt trainiert werden müssen.
Aber wir trainieren ja mit diversen Zielsetzungen und wenn uns die Laufcomputer dabei etwas unterstützen können, weshalb nicht?

Die Displayfelder können - wie von Garmin gewohnt - beliebig angepasst werden, sodass man das Gerät an seine persönlichen Vorlieben sehr gut anpassen kann.

Der FR620 kann sowohl drahtlos die Daten mit dem Garmin Webservice synchronisieren (über Bluetooth und auch WLAN) als auch mittels USB Kabel (Ladekabel) als MassStorage Gerät ausgelesen werden. Letzteres vereinfacht das Importieren der Trainingsdaten in die TrainingLab Pro enorm.
Über den Garmin Webservice muss man, glaube ich, an dieser Stelle keine großen Wort verlieren. 

Mehr will ich nun gar nicht schreiben, wie gesagt, der FR620 ist derzeit immer noch mein Standard Laufcomputer, wobei die Nachfolger des FR620 natürlich noch etwas mehr können, ein besseres Farbdisplay aufweisen und vorallem durch die neu eingeführten Connect IQ Apps nochmal merklich aufgewertet wurden.

Reviews 
(bessere als Rays Reviews wird man im Netz sicherlich schwerlich finden): 


Polar M400:
Der M400 ist sozusagen mein Zweitlaufcomputer, der neben - und manchmal auch parallel - zum FR620 zum Einsatz kommt.
Auch den M400 hatte ich seinerzeit primär zu Testzwecken (relativ günstig) erworben und dann recht lieb gewonnen.

Auch der M400 ist ein GPS basierter Laufcomputer (Multisportcomputer), der entweder rein GPS basierte die Laufdaten erfasst oder mit geeigneten PODs (Lauf- und Bike POD) gekoppelt werden kann.

In Sachen Funktionstiefe kommt er nicht ganz an den FR620 heran (keine Running Dynamics oder vergleichbare Metriken), aber die Grundfunktionen beherrscht er natürlich ebenso und der M400 ist wirklich recht unkompliziert zu bedienen.
Dafür kann der der M400 mit einem speziellen Fitness Test punkten, den Polar auch schon in einigen Vorgänger-Geräten verwendet hat und der helfen kann, einen groben Überblick über die derzeitige Verfassung/Form zu gewinnen.

Das GPS beherrscht AGPS, sodass mittels vorgeladener GPS-Koordinaten sehr schnelle GPS Locks zustandekommen. Deutlich schneller als das beim etwas älteren FR620 der Fall ist, der mitunter schon mal ein paar Sekunden länger braucht, bis er einen GPS Lock hat.

Auch beim M400 können die Displayfelder über den Polar Flow Webservice (dort allerdings etwas versteckt in den Sportprofilen) angepasst werden.

Ansonsten ist der M400 - wie fast alle aktuellen Polar Geräte - sehr tief in der Polar eigenen (Auswertungs)Infrastruktur gefangen. Mit anderen Worten, ohne die Polar APP bzw. den Polar Flow Webservice geht eigentlich gar nichts. 
An die aufgezeichneten Daten kommt man nur über Umwege ran. Von diversen Tools, die es im Netz gibt und die m.E. allesamt eher holprig funktionieren, abgesehen, besteht keine Möglichkeit, direkt an die Trainingsdaten zu kommen. Über den Webservice kann man die Daten zwar recht einfach im *.tcx oder *.gpx Format exportieren, aber das ist immer ein Zwischenschritt, den man vornehmen muss, wenn man die Trainingsdaten mit einer lokalen Trainingsauswertungssoftware auswerten will.

Bei Garmin geht das in der Regel etwas einfacher, da zumindest die kabelgebundenen Geräte auch als USB MassStorage Laufwerk angesprochen werden können, sodass man direkt Zugriff auf die Fitfile Activities hat.
Für mich ist das (= diese Garmin Variante, die mittlerweile aber auch von vielen anderen Herstellern aufgegriffen wird) ein sehr großes Plus! 

Der Polar Flow Webservice lässt hingegen in Sachen Auswertungstiefe (fast) keine Wünsche offen und gefällt mir von der Struktur sogar besser als Garmin Connect (wobei letzterer aber besser skalierbar ist). Hier muss man sich einfach die Frage stellen, was einem wichtig ist: Cloudbasiert, lokale Auswertungssoftware oder beides in Kombination. 
Legt man Wert auf die Erreichbarkeit der Daten via Cloud oder will man (optional) die Daten auch lokal auf dem heimischen Rechner auswerten und archivieren, wird man auf die entsprechenden Varianten ausweichen müssen.
Die meisten Hersteller setzen mittlerweile (komplett) auf die Cloudlösung, wobei Garmin aber wie gesagt auch noch die lokale Auswertung via Thirdparty Anwendungen zumindest zulässt und nicht (künstlich) beschränkt.



TomTom Spark3/Runner 3:
Ich weiß jetzt gar nicht, wie lange TomTom bereits in diesem Marktsegment tätig ist; die Spark3 Geräteserie hat bei uns - vorallem bei meiner Frau - aber einen sehr positiven Eindruck hinterlassen.

Um es kurz zusammenzufassen, der Spark3 dürfte vor allem für jene Läufer (Sportler) interessant sein, die auf eine einfache Bedienung Wert legen und auf tiefergehende Auswertungen verzichten können.

Der Spark3 - vom Armband abgesehen, mehr oder weniger gleich mit dem Runner3 - ist auch ein GPS-basiertes Gerät, das primär nur die Grundfunktionen bietet. Im Laufmodus liegt immer die GPS-Geschwindigkeit zugrunde, die sehr stark geglättet wird, um anhand der GPS Koordinaten eine halbwegs stabile Geschwindigkeitskurve realisieren zu können - im Bike-Modus kann der Spark3 dagegen mit einem SPD/CAD Bluetooth-Sensor gekoppelt werden.

Die Spark3 gibt es in mehreren Ausführungen, was sich vorallem im Preis niederschlägt. Wir nutzen die einfache Variante, die mit einem Bluetooth-HR-Sensor gekoppelt werden muss. Es gibt aber auch eine Variante, mit einem im Gerät integrierten optischen HF-Sensor und eine Version mit einem integrierten MP3 Player. Das Koppeln mit diversen Bluetooth Smart Sensoren unterschiedlicher Hersteller war bislang nie ein Problem (gerade beim Bluetooth Übertragungsprotokoll soll es im Gegensatz zum ANT+ Protokoll diesbezüglich mitunter mal Kompatibilitätsprobleme geben).

Das Display kann minimal justiert werden, bei weitem aber nicht so beliebig, wie bei Garmin und Polar. Sprich es gibt diverse Hauptseiten, deren Basisanzeigefeld nicht geändert werden kann. Angepasst werden können lediglich die beiden unteren Anzeigefelder. Da man mit dem zentralen Bedienknopf, der wie eine Art Schaltwippe funktioniert, relativ schnell durch die Datenseiten navigieren kann, ist das für mich kein wirkliches Handicap. Wer aber sein Display frei nach seinen Vorlieben anpassen will, der wird mit der Spark3 nicht warm werden.

Wie gesagt, der Spark3 ist mehr ein Gerät, das auf minimale Komplexität ausgerichtet ist. Ein Sportprofil wählen, warten bis der GPS-Lock zustande gekommen ist (nur bei den SPD-relevanten Sportarten) und dann einfach mittels Klicken der Schaltwippe nach rechts die Trainings-Session starten. Mit einem Klick nach links wird die Trainingseinheit wieder beendet und die Daten automatisch gespeichert. Weitere Interaktionen, vom Wechseln der Datenseiten abgesehen, sind nicht nötig.

Auch bei der TomTom ist GPS-Lock dank QuickGPSFix-Technologie sehr schnell (auch hier können GPS-Daten über die Synchronisation vorgeladen werden).

Eine Besonderheit stellt die rudimentäre Navigation da, die m.E. wirklich recht gelungen ist. Man kann Routen auf das Gerät hochladen (auch bei TomTom muss dazu der TomTom Webservice als Schnittstelle genutzt werden) und diese dann auf dem Spark3 in Form einer Krümeltrackanzeige  nachlaufen.

Ich will an dieser Stelle gar nicht soweit ausholen, da es sich primär um einen Sportcomputer und nicht um ein Navigationsgerät handelt, aber zum schnellen Ablaufen einer Route in einem unbekannten Terrain taugt diese Krümelspurnavigation auf dem Spark3 alle Mal. Siehe auch die Ausführungen zum Lezyne GPS Bike Computer, bei dem ich auf diese rudimentären Navigationseigenschaften kurz eingegangen bin.

Es versteht sich von selbst, dass man in diesem Fall die eigentlichen Trainingsseiten nicht einsehen kann, sondern die Krümelspuransicht, in die zudem hinein- und hinausgezoomt werden kann, ständig aktiviert habe muss.

Dank der Krümelspuransicht, die auch bei normalen Trainingseinheiten quasi on-the-fly generiert wird, kann man sich in fremden Gefilden wieder heim navigieren lassen.
Mit anderen Worten, in unbekannten Gebieten einfach Loslaufen und dann bei (Strecken)Halbzeit den aufgezeichneten Track einfach zurückfolgen.

Dazu muss man sich übrigens nicht der Krümelspuransicht bedienen, sondern kann sich auch von einer Kompassanzeige per Luftliniennavigation leiten lassen. Auch das klappt mehr oder weniger recht gut und ist mit der Back-to-Home Funktion des M400 vergleichbar. 
Der FR620 bietet diese rudimentäre Navigation übrigens nicht. Bei aktuellen Garmin Laufcomputern kann m.W. via Connect IQ Apps jene rudimentäre Navigation nachgerüstet werden.



Auch bei TomTom spielt die Webplattform TomTom Sports ein wesentliche Rolle. Der Spark3 kann entweder drahtlos (Bluetooth) mittels einer APP synchronisiert werden oder mit Hilfe eines speziellen Interfaces, das zudem als Ladekabel fungiert, synchronisiert werden. Hierfür muss auf dem PC eine spezielle Anwendung installiert werden, welche die Daten direkt mit dem TomTom Webservice synchronisiert.

Im TomTom Webportal kann man übrigens einstellen, dass bei der kabelbasierten PC Synchronisation die Daten zusätzlich lokal gespeichert werden sollen. Damit haben dann auch Thirdparty Programme wie die TrainingLab Pro und andere relativ leicht Zugriff auf die Trainingsdaten, ohne dass TomTom dabei auf die Cloudanbindung verzichten müsste. Ich finde diese Variante nicht schlecht und frage mich, weshalb Polar nicht ein ähnliches System aufgreift. Man kann diese beiden Welten also sehr gut miteinander verknüpfen, wenn man will.
Siehe auch mein How-To zum TomTom Spark3.

Selbstverständlich können über den TomTom Webservice auch nachträglich bestimmte Trainingseinheiten exportiert werden (das versteht sich aber wohl von selbst).

Reviews:
(das ist quasi das Vorgängergerät)


Das mal als kleine Momentaufnahme meiner aktuellen Laufcomputer. Veraltet sind diese Geräte sicherlich noch nicht, aber gerade bei Garmin hat sich die letzten Jahre doch einiges getan und dank der externen APPs (eine Art Plugin-System) sind aktuelle Garmin Geräte sehr gut skalierbar.

Die drei Musketiere nochmal im Vergleich:


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